Kongress zur Verkehrspolitik

Die Straße gehört allen!

Rückblick auf den Kongress am 20. Februar 2016 in Düsseldorf

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Während die Stadt Düsseldorf das millionenteure Prestigeprojekt Wehrhahnlinie einweihte, kamen am 20. Februar im ZAKK über sechzig Personen zusammen und diskutierten einen Samstag lang über verkehrspolitische Alternativen und eine ökologische und soziale Verkehrspolitik für Düsseldorf. Das Konzept des fahrscheinlosen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) schien den TeilnehmerInnen dabei als eine Möglichkeit, unterschiedliche Ideen und Forderungen miteinander zu verbinden. Denn fahrscheinloser ÖPNV bedeutet mehr als nur die kostenlose bzw. fahrscheinfreie Nutzung von Bus und Bahn – dahinter steht ein Konzept, was Umverteilung und ökologische Aspekte mitdenkt: Auf der Konferenz, die unter dem Titel „Wem gehört die Stadt? – Fahrscheinlos durch Düsseldorf“ stattfand, sprachen ReferentInnen aus verschiedenen Städten, die unterschiedliche Impulse und Eindrücke setzten. So hielt der Verkehrsexperte Prof. Heiner Monheim einen mitreißenden Vortrag, in dem er sich für ein umlagefinanziertes Bürgerticket und eine soziale Verkehrswende aussprach. ReferentInnen von der LINKEN aus Erfurt und Köln berichteten über eigene Erfahrungen in der kommunalen Verkehrspolitik. In beiden Städten gibt es bereits Ansätze, das Konzept des fahrscheinlosen ÖPNV umzusetzen.

In Arbeitsgruppen am Nachmittag wurden die Themen dann vertieft. Die Arbeitsgruppe zu Radverkehr leitete Lerke Tyra, Mitglied im ADFC Vorstand. Hier wurde ausführlich über die schlechte Infrastruktur für FahrradfahrerInnen in Düsseldorf geredet und über Verbesserungen und Alternativen für einen gerechten Fahrradverkehr beraten. In weiteren Arbeitsgruppen diskutierten die TeilnehmerInnen über Finanzierungskonzepte für den fahrscheinlosen ÖPNV, über Zwischenschritte und Beteiligung von BewohnerInnen sowie über allgemeine Stadtentwicklungsprozesse, die zu fahrscheinlosen ÖPNV führen könnten und berücksichtigt werden müssten. Auf einem gemeinsamen Abschlussplenum wurden Diskussionen und Ergebnisse zusammen getragen und gemeinsame Verabredungen getroffen.

Der Kongress soll als Startschuss begriffen werden, das Konzept des fahrscheinlosen ÖPNV in Düsseldorf zu etablieren. Die Ratsfraktion DIE LINKE wird sich in den nächsten Monaten und Jahren kontinuierlich mit diesem Thema beschäftigen – wir laden alle interessierten Einzelpersonen, Initiativen und Organisationen ein, sich an diesem Prozess zu beteiligen. Nur gemeinsam können wir in Düsseldorf eine Alternative für eine sozial- und ökologisch gerechte Verkehrspolitik stark machen.


 

Fahrscheinlos durch Düsseldorf

20. Februar 2016 | 10.00 – 17.00 | ZAKK Düsseldorf | Fichtenstr. 40

Parallel zu der Eröffnung des Prestigeprojekts Wehrhahnlinie, lädt die Ratsfraktion DIE LINKE ein, alternative Verkehrskonzepte für Düsseldorf zu diskutieren und auf den Weg zu bringen.

Ein attraktiver und solidarischer öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) ist die Grundlage, um das Grundrecht auf Mobilität für Alle zu garantieren. Ein Vorschlag zu dieser Umsetzung, ist der fahrscheinlose ÖPNV. Gemeint ist damit die kostenfreie Nutzung aller städtischen Verkehrsmittel für die BewohnerInnen der Stadt, die über eine solidarische Finanzierung läuft. In der Konsequenz bedeutet dies eine komplette Veränderung des städtischen Verkehrskonzeptes: ein sicheres und zusammenhängendes Radwegenetz, mehr Platz für FußgängerInnen, eine höhere Taktung von Bus und Bahn, sowie Ausbau und Erweiterung des Bus- und Bahnnetzes. Das Zusammenleben in der Stadt kann so attraktiver und sozial gerechter gestaltet werden und bedeutet eine Steigerung der Lebensqualität für Alle.

Wir laden zu einer gemeinsamen Diskussion mit ExpertInnen ein:

Prof. Dr. Heiner Monheim (em. Universität Trier), Anja Vorspel (verkehrspolitische Sprecherin, Ratsfraktion DIE LINKE Düsseldorf), Matthias Bärwolff (Fraktionsvorsitzender und stadtentwicklungs- und verkehrspolitischer Sprecher, Ratsfraktion DIE LINKE Erfurt), Lerke Tyra (Mitglied im Vorstand des ADFC Düsseldorf), Michael Weisenstein (Mitglied Ratsfraktion DIE LINKE Köln)

Nach Vorträgen und Erfahrungsberichten am Vormittag, werden im Anschluss die TeilnehmerInnen des Kongresses in Arbeitsgruppen folgende Themen mit Fokus auf die Düsseldorfer Situation diskutieren: Radverkehr, Finanzierungskonzepte fahrscheinloser ÖPNV, neue Verkehrsplanung und vorbereitende Maßnahmen.
In einem Abschlusspodium werden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen zusammengetragen und Absprachen und Ziele für eine weitere Zusammenarbeit festgelegt.

Es sind alle interessierten Menschen eingeladen, an dem Kongress teilzunehmen.

Veranstalter: Ratsfraktion DIE LINKE Düsseldorf, Rosa Luxemburg Club Düsseldorf

 

Hier geht es zur Internetseite des ersten Wem gehört die Stadt Kongress 2011